"Bewusstsein für Gefahren wenig ausgeprägt"

Themen rund um Stromversorgung ohne öffentliches Netz.
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DL3KE
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"Bewusstsein für Gefahren wenig ausgeprägt"

Beitrag von DL3KE » So 3. Dez 2017, 11:54

Etwas versteckt im unteren Drittel steht ein wichtiger Hinweis.
Demnach gab es im Januar Probleme mit dem deutschen Stromnetz....

Weil es in Bayern dunkel und windstill war.

http://www.allgemeine-zeitung.de/politi ... 360904.htm

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Whiskey Delta
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Re: "Bewusstsein für Gefahren wenig ausgeprägt"

Beitrag von Whiskey Delta » So 7. Jan 2018, 19:29

Moin, ich habe das Chaos in Wiesbaden ja erlebt und muss sagen, wenn der Ausfall noch 8 Stunden länger gedauert hätte, wäre wohl alles in Chaos versunken. Dadurch, dass es recht früh am Tage war und viele Leute im Vormittag wieder Strom hatten, ist das gar nicht so extrem empfunden worden, wie als wäre es am Abend oder mitten in der Mittagszeit gewesen wäre. Auf den Straßen war jedenfalls der Teufel los. Da war sich jeder der nächste und der typische allbekannte Wiesbadener-Fahrstil war allgegenwärtig.

Es tut sich aber was und die Generatoren diverser Häuser werden nun gewartet und repariert. Nämlich nicht jedes Notstromaggregat und jede USV hat so funktioniert, wie sie sollte. Allgemein wurde in den Jahren in diese Sachen wenig investiert und solange man es nicht braucht, bemerkt es keiner. Der Strom kommt schließlich aus der Steckdose. ;-)

Trotz dieses recht aktuellen Ereignisses werde ich mit meinem Stromaggregat etc. pp. von genug Leute komisch beäugt oder belächelt. Der allgemeine Tenor ist, dass der Staat schon alles macht und man "ein Recht auf" dies und jenes hat. Ich war erstaunt, was die ein oder anderen Menschen so alles sagen, wenn man sie fragt. Zumindest verlassen sich viele völlig blind den staatlichen Institutionen, ohne darüber nachzudenken, dass es eine Zeit dauert, bis Hilfe organisiert und ausgerollt ist. Das fängt schon damit an, dass z.B. 5 Ravioli-Dosen zu lagern genug Leuten völlig widersinnig vorkommt. Mehr als 2 Tage Lebensmittel hat kaum einer zu Hause. Gerade in der Stadt ist ein Engpass viel schwerwiegender, als auf dem Land. Hier selbst vorzusorgen war noch vor 30 Jahren normal, heute ist das völlig aus dem Köpfen raus.

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Re: "Bewusstsein für Gefahren wenig ausgeprägt"

Beitrag von db5yy » Mo 8. Jan 2018, 01:05

Schlimmer noch ... man erntet Unverständnis und teils sogar Aggressionen, wenn man den Mainstream der blinden Vertrauensseligkeit verlässt. Denn das erinnert einen an die Zerbrechlichkeit der Vertrauensseligkeit, und das macht Angst. Ungefragt von anderen an seine sorgsam verdrängte Angst erinnert zu werden, macht viele Menschen aggressiv oder läppisch. Beides ist weitere Verdrängung.
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Whiskey Delta
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Re: "Bewusstsein für Gefahren wenig ausgeprägt"

Beitrag von Whiskey Delta » Mo 8. Jan 2018, 09:38

Gode, da hast du völlig recht. Mir wurde das auch schon so berichtet. Ich bin da mit den Leuten sehr vorsichtig und versuche sie erst gar nicht mit dem Thema so zu erwecken, dass sie aggressiv werden. Mir ist aber aufgefallen, dass es gerade die sehr "jungen" Leute sind, die gar keine persönliche Vorsorge treffen. Das geht bei den absoluten Kleinigkeiten schon los, wie wichtige Unterlagen an einem greifbaren Platz zu haben. Ich habe beispielsweise von meinem Vater übernommen, dass wichtige Sachen in einem Aktenkoffer sind. Wenn die Bude brennt, kann man den je nach dem ob man natürlich daheim ist oder nicht etc. noch greifen. Aber Zettelsammlungen und Ordnerchaos garantiert nicht.

Weiter hat kaum einer, den ich kenne in der Küche eine Löschdecke hängen. Auch wenn sie nix kosten, weil Fettbrände gibt es nur im Fernsehen. Das sind alles so Kleinigkeiten. Vor einigen Wochen hat eine knapp 20-jährige sich bei einem Fettbrand in der Pfanne extremst selbst verletzt, da sie das brennende Dinge versucht hat durch die Wohnung zu tragen und in der Panik sich selbst mit brennendem Fett übergossen hat und dabei die Wohnung dann in Brand gesetzt hat. Hat das glücklicherweise überlebt. Was ich damit sagen will, dass es bei vielen an grundlegenden Kenntnissen fehlt, wie man in so Situationen am besten reagiert, damit möglichst wenig Schaden entsteht. Wie z.B. den Pfannendeckel drauftun, wenn das Fett brennt, wenn man schon keine Löschdecke hat. In der Schule wird so was nicht vermittelt und das Elternhaus verweist auf die Schule.

Verdrängte Angst und Aggression habe ich mal bei einem kurzfristigen Stromausfall bei Weinheim auf dem Berg daneben mal beobachten dürfen. Da fiel der Strom aus, aufgrund eines Brandes im Umspannwerk. Der Ausfall dauerte so 7 Stunden und begann so ca. 13 Uhr. Da wo viele Leute kochen. Da kochte die Stimmung gegen den Staat der gefälligst dies und jenes und was nicht alles zu tun hätte etc. pp. Es scheint mir, dass "Betäubungsmittel", wie Facebook und Co. zusammen mit dem Privatfernsehen einen wichtigen Beitrag leisten, die Leute ruhig auf ihren Sofas zu halten. Die wissen sonst schlichtweg nichts mit sich anzufangen. Gut, dass ist nur ein Eindruck den ich habe, aber mir kam es dort ein wenig so vor. Zumindest fiel das warme Essen aus und niemand hatte Strom und das man das Abendprogramm nicht sehen kann, zählte zu einen der großen Beschwerdethemen, neben dem Kochen und Essen. Ich bin gespannt, was los ist, wenn tatsächlich mal 2 Tage der Saft weg ist. Genug Blackout-Studien haben da genug Forschungsarbeit geleistet und lesen sich sehr interessant. Übrigens hat das Ereignis dort nicht dazu geführt, dass sich einer, der mir bekannten Personen, Gedanken um ein Koch-Backup gemacht hast, wie einem Campingherd für 20€. Strom wieder da. Alles vergessen.

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db5yy
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Re: "Bewusstsein für Gefahren wenig ausgeprägt"

Beitrag von db5yy » Mo 8. Jan 2018, 11:50

BildHallo Whiskey Delta,

das hast Du gut beobachtet, dass diese "happy-end"-Vertrauensseligkeit vor allem bei jüngeren Menschen vorkommt, Das ist noch ein Relikt aus der Nestzeit, wo schon die Eltern für alles gesorgt haben und alleinig "für den Ernst des Lebens zuständig" waren. Wenn da nun ein "Mahner" daher komnt, der die Rolle der Eltern fortsetzt und Achtsamkeit für den Lebensalltag vorlegt, zerstört das den illusionären Kindheitstraum und rührt schlimmstenfalls noch an aggressive Abgrenzungsauseinandersetzungen mit den Eltern im pubertären Alter.

Du glaubst gar nicht, wieviel "erwachsene" Menschen noch in dieser Windelwechselzeit stehen geblieben sind...

In den "verlängerten Elternrollen" sind dann alle "Obrigkeiten", z.B, Vorgesetzte, Behörden, DARC-Referenten, Pastöre, Lehrer ... oder schlicht "die da oben", gegen die man "als kleiner Bürger" (Windelpupsergrösse) ja sowieso nicht ankommt. Daraus enrsteht dann Anspruchsdenken (versorge mich), pochen oder festklammern an Vorschriften und Gesetze (nimm mich ans Händchen und zeige mir wo's lang geht) und maulige Vorwürflichkeit (postpubertäre Autonomiekämpfchen gegen Elternfiguren).

Das Leben ist oft ein einziger Kindergarten.

LG Gode

PS: Welchen Nickname hast Du bei Previval? Ich fänd's anstrengend, wenn man sich über die Foren mit unterschiedlichen Identitäten schreibt und nicht weiß, wer wer ist. Vornamen finde ich auch persönlicher.
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Gode 8-)

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