Bitte mit Rufzeichen registrieren.

Lohnfortzahlung und Versicherungsschutz Ehrenamtlicher im KatS-Fall

Allgemeine Themen rund um den KatS.
Benutzeravatar
Alex_DK5ER
Shackschrubber
Shackschrubber
Beiträge: 384
Registriert: Do 2. Nov 2017, 21:22
Wohnort: Wolfsburg
Kontaktdaten:

Lohnfortzahlung und Versicherungsschutz Ehrenamtlicher im KatS-Fall

Beitrag von Alex_DK5ER » Do 11. Jan 2018, 21:48

Bezieht sich auf NDS, ist aber meiner Information nach überall ähnlich bzw. gleich:

http://www.mi.niedersachsen.de/kats/kat ... 62914.html
Die ehrenamtlichen Helfer erhalten im Einsatzfall eine Lohnfortzahlung von ihren Arbeitgebern, die dann entsprechende Ansprüche bei der Katastrophenschutzbehörde geltend machen können. Alle Beteiligten im Katastrophenschutz sind unfallversichert und haften für ihre Handlungen nur bei Vorsatz und grober Fahrlässigkeit.
Anm. DK5ER: In guten Privathaftpflichtversicherungsverträgen ist auch die grobe Fahrlässigkeit mitversichert.
73 Alexander, DK5ER
Notfunkreferent DARC H24
email: dk5er@darc.de
DAPNET
NFD

Benutzeravatar
DJ1NG
Shackschrubber
Shackschrubber
Beiträge: 154
Registriert: Di 12. Dez 2017, 08:53
Wohnort: Gräfensteinberg
Kontaktdaten:

Re: Lohnfortzahlung und Versicherungsschutz Ehrenamtlicher im KatS-Fall

Beitrag von DJ1NG » Do 11. Jan 2018, 22:11

Grundsätzlich ist der Funkamateur aber kein "Ehrenamtlicher", solange er in keiner BOS Mitglied ist.
Wird ein Funkamaeur zum Dienst verpflichtet, dann ist er auch kein "Ehrenamtlicher", denn dann wird sein Dienst und ggfs der Einsatz seiner Geräte bezahlt.
DJ1NG / DN1NF / Manager von DL0JRK
Notfunkreferent DARC OV Ansbach (B02)

Dokumentation meiner Notfunkaktivitäten: aknotfunk.de

Benutzeravatar
Alex_DK5ER
Shackschrubber
Shackschrubber
Beiträge: 384
Registriert: Do 2. Nov 2017, 21:22
Wohnort: Wolfsburg
Kontaktdaten:

Re: Lohnfortzahlung und Versicherungsschutz Ehrenamtlicher im KatS-Fall

Beitrag von Alex_DK5ER » Do 11. Jan 2018, 22:17

Ein Funkamateur kann - wie jeder andere Mensch auch - im KatS Fall zum Dienst verpflichtet werden. Solange kein KatS-Fall ist, ist ein Funkamateur freiwilliger Ehrenamtlicher, wie auch jeder andere Mensch.
73 Alexander, DK5ER
Notfunkreferent DARC H24
email: dk5er@darc.de
DAPNET
NFD

Benutzeravatar
DJ1NG
Shackschrubber
Shackschrubber
Beiträge: 154
Registriert: Di 12. Dez 2017, 08:53
Wohnort: Gräfensteinberg
Kontaktdaten:

Re: Lohnfortzahlung und Versicherungsschutz Ehrenamtlicher im KatS-Fall

Beitrag von DJ1NG » Fr 12. Jan 2018, 14:34

Es tut mir leid Dich enttäuschen zu müssen, aber solange Du nicht Mitglied in einer BOS bist, bist Du vor dem Gesetz kein Ehrenamtlicher sondern ein "ungebundener Helfer" - und hast somit keinerlei Anspruch auf irgend etwas. Freiwillige Ehrenamtliche gibt es nicht.

Ich rede dabei aber ganz bewusst nicht von ehrenamtlichen in irgendwelchen Vereinen, sozialen Organisatione etc. (wozu auch der DARC e.V. und seine OVe zählen). Ich rede den ehrenamtlichen Helfern in den BOS - der Sanitäter, der auf dem Sportplatz seinen Dienst versieht, der Feuerwehrman in der freiwilligen Feuerwehr, der DLRG-Taucher, der Funker in einer Regieeinheit - und so weiter. Sie alle geniessen in ihrer Tätigkeit Versicherungsschutz durch ihren Verband und sind im Katastrophenfall dienstverpflichtet. Sie bekommen zwar kein Gehalt im letzteren Fall, aber immerhin muss die den Katastrophenfall ausrufende Verwaltungsbehörde dann Verpflegung und ggfs. die Unterkunft bezahlen. Weiterhin wird dem Arbeitgeber der Lohn ersetzt, sofern er dies denn beantragt.

Als Funkamateur, welcher NICHT einer BOS angehört, bist Du ein "ungebundener Helfer" und kannst (z.B. in Bayern) zum Dienst verpflichtet werden. Dam bist Du in der Katastrophe den Kameraden der BOS gleichgestellt. Ausserhalb der Katastrophe ist dies leider nicht der Fall.
DJ1NG / DN1NF / Manager von DL0JRK
Notfunkreferent DARC OV Ansbach (B02)

Dokumentation meiner Notfunkaktivitäten: aknotfunk.de

Benutzeravatar
Alex_DK5ER
Shackschrubber
Shackschrubber
Beiträge: 384
Registriert: Do 2. Nov 2017, 21:22
Wohnort: Wolfsburg
Kontaktdaten:

Re: Lohnfortzahlung und Versicherungsschutz Ehrenamtlicher im KatS-Fall

Beitrag von Alex_DK5ER » Fr 12. Jan 2018, 15:17

Danke Guido.

Ok, also kein freiwilliger Ehrenamtlicher. Da habe ich mich wohl in der Definition verzettelt. Aber sagt ja schon das Wort: Ehren"AMT".
Dann bist Du in der Katastrophe den Kameraden der BOS gleichgestellt.
Und habe dann Anspruch auf Verdienstausfall und Versicherungsschutz. Richtig?
Ausserhalb der Katastrophe ist dies leider nicht der Fall.
Kann ich außerhalb einer Katastrophe als Funkamateur zum Dienst verpflichtet werden?
73 Alexander, DK5ER
Notfunkreferent DARC H24
email: dk5er@darc.de
DAPNET
NFD

Benutzeravatar
db5yy
Kennt sich gut aus.
Kennt sich gut aus.
Beiträge: 92
Registriert: Fr 3. Nov 2017, 12:58

Re: Lohnfortzahlung und Versicherungsschutz Ehrenamtlicher im KatS-Fall

Beitrag von db5yy » Fr 12. Jan 2018, 16:28

Spannend wäre auch die Frage, wie das mit Freiberuflern und Selbständigen ist, z.B. Ärzte und Psychologen. Solange das nicht ausgeglichen würde, könnte ich gar nicht meine Praxis schließen, um im Katastrophenfall mitzuhelfen, weil ich dann pleite gehe.
73 de db5yy
Gode 8-)

Benutzeravatar
DJ1NG
Shackschrubber
Shackschrubber
Beiträge: 154
Registriert: Di 12. Dez 2017, 08:53
Wohnort: Gräfensteinberg
Kontaktdaten:

Re: Lohnfortzahlung und Versicherungsschutz Ehrenamtlicher im KatS-Fall

Beitrag von DJ1NG » Fr 12. Jan 2018, 21:51

Alex_DK5ER hat geschrieben:
Fr 12. Jan 2018, 15:17
Dann bist Du in der Katastrophe den Kameraden der BOS gleichgestellt.
Und habe dann Anspruch auf Verdienstausfall und Versicherungsschutz. Richtig?
Richtig
Alex_DK5ER hat geschrieben:
Fr 12. Jan 2018, 15:17
Ausserhalb der Katastrophe ist dies leider nicht der Fall.
Kann ich außerhalb einer Katastrophe als Funkamateur zum Dienst verpflichtet werden?
In Bayern ja. Das Katastrophenschutzgesetzt gibt den Katastrophenschutzbehörden dieses Recht, wenn es der Gefahrenabwehr dient.

Beispiel:
Der DWD informiert über einen Tornado und sagt an, das dieser in zwei Stunden Augsburg erreichen wird, wenn die Windrichtung sich nicht ändert. Das Landratsamt Augsburg kann dann vor dem Ausrufen der Katastrophe jeden den sie wollen zur Gefahrenabwehr verpflichten - eben bevor der Schadensfall eingetreten ist. Dies gilt selbstvertsändlich auch für Funkamateure und Freiberufler ;-)

Wie das mit der Lohnfortzahlung bei letzteren ist, kann wohl nur ein Jurist klären - sprich, ob ein Selbstständiger für sich selbst Lohnfortzahlung beantragen kann.

In diesem Zusammenhang noch ein Hinweis, für alle die das noch nicht ganz auf der Reihe haben:

Die KTASTROPHE ist ein verwaltungstechnischer Akt und darf nur von Kreisverwaltungsbehörden (Landrat, Bürgermeister) für den jeweiligen Stadt- oder Landkreis - oder von Regierungsbehörden (Landesregierung, Bundesregierung) für einen Regierungsbezirk, ein Bundesland oder die gesamte BRD ausgerufen werden.
Merke: Wer die Katastrophe ausruft, der bezahlt diese auch ;-)

Solltet ihr Fragen hierzu haben, wendet euch doch einfach an euer zuständige Kreisverwaltungsbehörde.
DJ1NG / DN1NF / Manager von DL0JRK
Notfunkreferent DARC OV Ansbach (B02)

Dokumentation meiner Notfunkaktivitäten: aknotfunk.de

DM1HP
Schaut sich noch um.
Schaut sich noch um.
Beiträge: 9
Registriert: Fr 3. Nov 2017, 08:30

Re: Lohnfortzahlung und Versicherungsschutz Ehrenamtlicher im KatS-Fall

Beitrag von DM1HP » Sa 13. Jan 2018, 10:05

Hallo zusammen,

das Thema Versicherungsschutz ist ein relativ komplexes Thema und kann ohne weitere Informationsbeschaffung beim jeweiligen Unfallversicherungsträger oder der DGUV nicht sicher beantwortet werden.

Grundsätzlich solltet ihr jetzt schon darauf achten, dass bei Zusammenarbeit mit KatS-Behörden eine Einladung durch die jeweilige Behörde erfolgt und es über solche Zusammenkünfte eine Teilnehmerliste oder Protokoll gibt, in denen ihr namentlich erfasst seid.

Ich würde mich um weitere Informationen bemühen, ob und wann wir als Notfunker auch bei Übungen über die gesetzliche Unfallversicherung geschützt sind und diese aufbereitet hier zur Verfügung stellen.

73, Rolf DM1HP

Benutzeravatar
Alex_DK5ER
Shackschrubber
Shackschrubber
Beiträge: 384
Registriert: Do 2. Nov 2017, 21:22
Wohnort: Wolfsburg
Kontaktdaten:

Re: Lohnfortzahlung und Versicherungsschutz Ehrenamtlicher im KatS-Fall

Beitrag von Alex_DK5ER » Sa 13. Jan 2018, 11:43

Vielen Dank Rolf,

diese Fragen treten ja immer wieder auf.
73 Alexander, DK5ER
Notfunkreferent DARC H24
email: dk5er@darc.de
DAPNET
NFD

Funkenpuster
Shackschrubber
Shackschrubber
Beiträge: 130
Registriert: Fr 3. Nov 2017, 13:17

Re: Lohnfortzahlung und Versicherungsschutz Ehrenamtlicher im KatS-Fall

Beitrag von Funkenpuster » Sa 13. Jan 2018, 14:18

Bayern ist insofern ein Sonderfall da es dort den förmlich festgestellten Katastrophenfall nach dem Bayer. Katastrophenschutzgesetz gibt. Aber in den Feuerwehrgesetzen der Länder ist ebenso der Fall geregelt dass zusätzliche Helfer herangezogen werden können. Das kann schon der Fahrer eines vorbeifahrenden (oder im Stau stehenden) Krans sein den eine Feuerwehrführungskraft zum sofortigen Einsatz des Geräts, insbesondere zur Menschenrettung, heranzieht. Der Eigentümer des Geräts kann sich anschließend zwecks Entschädigung für den Lohn seines Mitarbeiters und der Gerätenutzung an den Träger der Feuerwehr wenden. Ggf. können die Kosten dann von der Gemeinde von einem etwaigen Unfallverursacher zurückgeholt werden.

Auch Selbständige, die von einer Katastrophenschutzbehörde oder der Feuerwehr zur Hilfeleistung herangezogen werden, können entschädigt werden. Gode müsste z.B. seinen Terminkalender mit den abgesagten Terminen vorlegen und so seinen Verlust nachweisen. Im allgemeinen sind aber die Entschädigungen für Selbständige gedeckelt, d.h. ein Vorstandsvorsitzenden eines DAX-Unternehmens wird sicher keinen Stundensatz gem. seines Vertrags bekommen.

Bei dem Anspruch auf Entschädigung gibts jedenfalls keinen Unterschied zwischen einem Helfer einer Katastrophenschutzorganisation oder einem extern Herangezogenen. Unklar ist mir aber ob jmd, der als Spontanhelfer über eine größere Strecke anreist um dann z.b. bei Aufräum- und Reinigungsarbeiten nach einem Hochwasser zu helfen, von der unterstützten Gemeinde entschädigt wird oder er sich ggf an die Elementarversicherung derer halten muss, denen er geholfen hat. Ein geordnetes und von einer BOS organisierter Einsatz von Spontanhelfern ist auf jeden Fall sinnvoller, etwaige Fragen zur Entschädigung lassen sich dann schon bei der Registrierung und Zuweisung eines Einsatzsortes klären.

Antworten